Technische Universität, Wien
Die Lehre am Forschungsbereich Hochbau und Entwerfen umfasst das Wahrnehmen, Begreifen und Darstellen von Baukonstruktion in ihren vielseitigen Zusammenhänge. Das Studium der Konstruktions- und Architekturgeschichte wird als elementare Grundlage und schöpferischen Fundus für Erneuerungen und Übersetzungen in die Zukunft verstanden. Entwurfsmethoden, die der Komplexität heutiger Bauaufgaben und den aktuellen Herausforderungen in der Baukultur angemessen sind, werden trainiert und erforscht. Über die drei Forschungsplattformen Transformation, Hybride und Materialsuffizienz werden Fragestellungen aus der Praxis in die Lehre eingespeist und empirisch ausgelotet, die gewonnenen Resultate in der Forschung ausgewertet und über Publikationen in die Praxis zurückgespielt.
Prof. Astrid Staufer, Leiterin Forschungsbereich Hochbau und Entwerfen 2011 – 2015 / seit 2023
Dr. Prof. em. Thomas Hasler, Leiter Abteilung Hochbau und Entwerfen 2015-2023
Doppelprofessur Staufer & Hasler am Institut Architektur und Entwerfen seit 2011

Transformation
Positionierung Forschungsplattform
Architektur ist ein fortlaufender, kultureller Prozess des Umschichtens und Transformierens. Bauwerke sind einerseits Träger von Wissen, Geschichten und Erinnerungen, andererseits Ressourcen, die allesamt neu interpretiert und verwendet werden können.
Aus der Reibung am Wert des Präsenten können ungeahnte Innovationen, neue Identitäten und Typologien entstehen.

Materialsuffizienz
Positionierung Forschungsplattform
Eigenschaften, sensorische Vielfalt und das Zusammenspiel von Materialien, aber auch die Bedeutung und Gestaltung von Materialströmen und Kreisläufen werden hier erforscht und praktiziert (vgl. auch Fokus Bauteilwiederverwendung > Lehre > Grundkurs). Die durch ökologische Notwendigkeit und ökonomische Optimierung gebotene Genügsamkeit bietet die Chance eines ausdrucksmässigen Paradigmenwechsels, der die «Schönheit» der Architektur um ethische Faktoren erweitert.

Hybride
Positionierung Forschungsplattform
Eine neue tektonische Ästhetik entsteht, in der jedes Material sichtbar leistet, was es am besten kann: Die Zeit der Reinheit ist vorbei. Synergien verbessern die Energie- und CO2-Bilanz. Die kompositorische Substanz des Hybriden und Vermischten wird zum Rohmaterial für Schönheit und Beständigkeit in einer neuen Leichtigkeit: physisch und visuell, aber auch prozessual in einem kollaborativen Entwerfen im Umgang mit Material und Bestand.

derPlan 66
Bauteilwiederverwendung im Grundkurs
Neue Lehrmethoden für das Bauen im Klimawandel.„Dialog der Konstrukteur:innen“ im Grundkurs Hochbau und Entwerfen der TU Wien: Univ.-Prof. DI Peter Bauer, Mag. Andrea Kessler, Arch. DI Kai Merkert, Univ.-Prof. Dipl. Arch. Astrid Staufer, Arch. Felix Steinhoff M. Arch. im Gespräch.

Transformation in der Entwurfslehre
Interview zur Lehre
Wie verändert sich die Architekturlehre in Zeiten des Wandels? Astrid Staufer und Lorenzo De Chiffre erzählen über die Transformation der Lehre an der TU Wien. Im Interview sprechen sie über die Bedeutung des Bestands als Ressource, den Dialog zwischen Disziplinen und die Chancen, die sich aus dem Umbau ergeben – für die Lehre, die Praxis und die Gesellschaft.

Reuse in Teaching
Publikation zur Lehre
Der (alte) Baubestand bietet uns eine Schatzkiste (neuer) Ideen – voll von reichen und vielfältigen Ansätzen, welche die Vernetztheit von Materialien, Struktur, Kultur berücksichtigen und die mit Intelligenz und Leidenschaft erforscht werden wollen. Astrid Staufer fasst im Postscript einer neuen Publikation des Triest Verlags zusammen, wie dies an der TU Wien in interdisziplinären Kursen mit jährlich rund 500 Studierenden an der Schnittstelle von Forschung und Lehre passiert.

Radikale Symbiosen
Forschungsprojekt
Symbiosen kennen wir aus der Biologie. Der Einsiedlerkrebs trägt auf seinem Haus die Anemone, macht sie mobil, teilt seine Beute, wird durch ihre Nesselzellen geschützt und verpflanzt seine Mitbewohnerin, wenn er in ein neues Haus zieht. Das Prinzip lässt sich im architektonischen Entwurf anwenden: in einem lebendigen, adaptiven System profitieren zwei oder mehr unterschiedliche Elemente von der Beziehung, die sie eingehen. Radikal durchdacht und umgesetzt können Win-win-Spiralen entstehen – im Zusammenwirken von Bestand und Neubau, von einzelnen Bauteilen und von diversen Nutzungen. Das Forschungsprojekt der TU-Wien geht dieser Lösungsspur auf den Grund, mit besonderem Augenmerk auf Transformationen, Hybride und Materialsuffizienz.

Konstruktive Kreisläufe
Ausstellung und Symposium
Mit Vorträgen, Diskussionen und einer Ausstellung werden Wege aufgezeigt, wie Kreislaufwirtschaft und zirkuläre Materialnutzung die Baukultur mit klugen gestalterischen Strategien nachhaltig verändern können. Die Themen reichen von der Wiederverwendung von Bauteilen bis hin zu innovativen Ansätzen für klimabewusstes Bauen. Ziel ist es, den Umgang mit Materialien grundlegend neu zu denken und Lösungen für zukunftsfähige Bauweisen zu entwickeln.

Skizzieren
Lehre und Publikation
Trotz Computer und digitalen Renderings: Die architektonische Handzeichnung bleibt ein wesentliches Instrument zur Erfassung der Welt, zur Bewältigung räumlicher Fragestellungen sowie zum Erlernen eines eigenen Ideen- und Entwurfsvokabulars. Die Abstraktion der Zeichnung führt zu einer Fokussierung auf das Wesentliche, sie schärft den Blick für die signifikanten Eigenschaften von Form, Proportion und Fügung des Materials. Daher legen Thomas Hasler und Astrid Staufer in ihrer Lehrtätigkeit grossen Wert auf Freihandzeichnungen. Aus Studierendenarbeiten an der TU Wien ist eine Skizzenfibel entstanden. (Skizzen: Jean Prouvé, Robert Maillart)

Ikonen
Lehre und Publikation
In ihrer Lehrtätigkeit gehen Astrid Staufer und Thomas Hasler von einer Haltung aus, die profunde Kenntnis der Architekturgeschichte und der Baukonstruktion als erste Voraussetzung für die Tätigkeit des Entwerfens erachtet. Dementsprechend konzentrieren sich die Studierenden in ihren Vorlesungen und Übungen am Beginn des Studiums auf die kritische Auseinandersetzung mit Referenzbauten: Ikonen der Architektur. Die didaktische Strategie beinhaltet eine Annäherung ans konstruktive Entwerfen anhand der Schritte Wahrnehmen, Be-greifen, Interpretieren und Ausformulieren, wobei Handzeichnungen und Modellbau zentrale Werkzeuge sind.

Stadtcollage Split
Bachelor- und Masterentwerfen (Einführung)
Die Publikation Stadtcollage Split stellt eine Auswahl von Projekten des Forschungsbereiches Hochbau 1 an sechs verschiedenen Orten im bestehenden städtischen Gewebe der kroatischen Hafenstadt Split vor. Die Entwürfe reflektieren präzise formulierte Lehrinhalte mit vertiefter Darstellung der Konstruktionseigenschaften. Als Schlüssel zum Verständnis der Publikation dient die Einleitung über die Methodik des simultanen Entwerfens.

Krakau Partituren
Bachelor- und Masterentwerfen (Einführung)
Die vorliegende Publikation zeigt exemplarisch ausgewählte Projekte des Forschungsbereiches Hochbau 1, welche in der jeweiligen Entwurfsaufgabe im Entwerfen und Konstruieren erstellt wurden. Als Einstieg in die Publikation dient die Erläuterung zur „Methodik des simultanen Entwerfens“. Im Rahmen der Lehrinhalte der Abteilung für Hochbau und Entwerfen liegt der Fokus bei allen Bauaufgaben in der wichtigen Verknüpfung zwischen Konstruktion und Architekturform.

Stadtlektüre – Budweis
Bachelor- und Masterentwerfen WS17 (Einführung)
Städte kann man betrachten und sich vielleicht rasch ein Urteil über ihren Reiz oder ihre hässlichen Seiten bilden. Wenn man sich nun der für uns alle ziemlich unbekannten Stadt in Südböhmen in einer entwerfenden Tätigkeit annähert, so lernt man nicht nur etwas über das Handwerk von Architektur und Städtebau, sondern auch wirkungsvolle Methoden kennen, eine Stadt nicht nur aufgrund
ihrer Oberfläche, sondern auch mit Blick auf die dahinterliegenden vielfältigen Schichten zu erkennen.

Stadt Raum Struktur – Entwürfe für Konstanz und Kreuzlingen
Bachelor- und Masterentwerfen WS16 (Einführung)
Wie im Jahr zuvor setzte sich das Thema des Entwerfens mit dem kulturell reichhaltigen Bodenseeraum auseinander. Diesmal waren die Nachbar- und gleichzeitig Grenzstädte Konstanz (D) und Kreuzlingen (CH) die Orte, die es galt zu analysieren und architektonische Lösungen für vier verschiedene Bauplätze zu finden. In den Gruppen «Der Turm», «der Block», «der Hof» und «die Zeile/der Cluster» wurden die unterschiedlichen Typologien untersucht, städtebaulich eingeordnet und die individuellen Entwürfe mit dem Hauptaugenmerk auf räumlich-strukturelle Qualitäten entwickelt.

Urban Prospects – Thesen für den Bodenseeraum
Bachelor- und Masterentwerfen WS15 (Einführung)
Im Zuge des Entwerfens wurde der Bodenseeraum und insbesondere die Städte Romanshorn und Friedrichshafen auf ihre kulturellen und architektonischen Qualitäten hin untersucht und analysiert. Es sollten in beiden Städten profane Gebäudetypen (Stadthaus, Kulturhaus, Kunsthaus, Kurhaus, Theaterhaus) entstehen, die sensibel auf den jeweiligen örtlichen Kontext eingehen. Mit den unterschiedlichen Bautypen wurden neue Stadträume geformt, spannende Gebäudestrukturen entwickelt und ausdrucksstarke Räume entworfen.

Wohnthesen – Leopoldstadt
Bachelor- und Masterentwerfen WS14 (Einführung)
Im Laufe des Entwerfens wurde die Leopoldstadt auf ihre architektonischen Qualitäten hin untersucht und analysiert. In einem teilweise problematischen Stadtkörper wurden Thesen zu raffinierten Wohntypen, ausgefeilten Baustrukturen und ausdrucksvollen Stadtfassaden erstellt.
Der Entwurf eines Wohnbaues verlangt ein besonders umfassendes Architekturdenken, da der Wohnbau die Stimmung und das Erscheinungsbild einer Stadt entscheidend prägt. Er ist sozusagen der „Mörtel einer Stadt“, aus dem verschiedene Räume und Fassaden geformt werden.